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| Sonntag 11.01.2026 | 22:25 - 23:55
Deutschland 2026
MDR-Autorin Marion Tetzner und MDR-Autor Eik Galley reisten mit Hans Meyer zu zehn Drehorten, an denen er die Vertrauten seiner Trainerlaufbahn wiedertraf. Sie begleiteten den Fußballtrainer, der von der strengen DDR-Fußballschule genauso geprägt wurde wie von der niederländischen Leichtigkeit aus seiner Zeit bei Twente Enschede. Entstanden sind 90 Minuten voller Vitalität und skurriler Wendungen - mit neuen lockeren Sprüchen. Meyer präsentiert sich - wie gewohnt - mal selbstironisch, mal sarkastisch, nie langweilig. Er ist auch mit 83 Jahren der wache Geist, den seine Fans geliebt haben.
In Jena versuchte sich Hans Meyer als Spieler, war mit den Füßen nicht schnell genug, aber im Kopf schon. So übernahm er mit nur 28 Jahren beim FC Carl Zeiss Jena die Meistermannschaft des großen Georg Buschner. Im neuen Stadion an den Kernbergen zeichnet er noch einmal den rauschhaften Weg ins Europapokalfinale 1981 nach.
In Chemnitz, wo Meyer den FC Karl-Marx-Stadt in den Europapokal führte, erklärt ihm Torsten Bittermann wie rabiat er als junger Spieler Meyer einst als Trainer empfunden hat. Meyer trifft dort auch Christoph Franke, seinen ehemaligen Co-Trainer.
Im niederländischen Enschede erinnert sich sein Spieler Berthil ter Avest, dass Meyer den trainingsfreien Mittwoch abgeschafft und das gemeinschaftliche Essen eingeführt hat.
In Mönchengladbach feiert Meyer mit den Größen des Klubs den 125. Vereinsgeburtstag. Als die Borussia sich in der 2. Bundesliga verlor, führte Meyer auf dem Bökelberg den sogenannten "Spelersroom" ein (einen Spielerraum als Treffpunkt für das Team) und den Klub zurück in die Bundesliga. In Nürnberg bewarf ihn der Verteidiger Javier Pinola vor Wut mit seinem nassen Trikot. Kurz darauf holte Meyer mit dem fränkischen Klub den DFB-Pokal.
Meyer ist der einzige Trainer, der Pokalsieger in Ost und West wurde. Er ist eine Legende und ein Fußballphilosoph. Sein Ex-Spieler Max Eberl, heute Sportvorstand des FC Bayern München, sagt über die Zeit unter ihm: "Zum ersten Mal habe ich verstanden, warum wir trainieren, wie wir trainieren."
Moderator: Stephanie Müller-Spirra, René Kindermann