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Folge E228
| Dienstag 03.03.2026 | 18:30 - 19:20
Deutschland 2020
Die Malaiische Halbinsel bietet praktisch alles, was Asien ausmacht: An der 4.000 Kilometer langen Küste gibt es menschenleere Traumstrände, uralte Wälder, eine einzigartige Küche und Gotteshäuser aller Religionen. Hier leben Malaien, Chinesen und Inder seit Hunderten von Jahren friedlich miteinander, die Menschen gelten als tolerant und weltoffen.
Ein Produkt aus dem Fischerdorf Kuala Sepetang hat sich zu einem internationalen Verkaufsschlager entwickelt: Holzkohle aus dem Meer. Jeden Tag fährt Iwan Mohd mit seinem Erntetrupp auf einem Boot in den Mangrovenwald. Hier ernten sie 30 Jahre alte Hartholzbäume. Der Wald wird seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet, die Mangroven werden immer wieder nachgepflanzt. In riesigen Öfen wird in einem traditionellen Verfahren Holzkohle hergestellt. Zwei Wochen lang müssen die Stämme kokeln und schmoren, dann ist die Kohle fertig. Die meiste davon geht in den Export: In Japan schwören die Menschen auf die Kohle aus Kuala Sepetang.
Der sogenannte Löwentanz ist eigentlich typisch für China. Doch auf der Insel Penang gibt es eine spezielle und sehr gefährliche Form davon. Auf einem Parcours aus bis zu drei Meter hohen Holzpfählen rennt, tanzt, hüpft und fliegt ein Löwe, das sind zwei Artisten in Kostümen, scheinbar mühelos herum. Schon seit einem Jahr trainiert Paul Than von der Thang-Loong-Gruppe seine beiden Artisten, bald ist ein wichtiger Auftritt. Und noch immer klappt nicht alles.
Die Straße von Malakka ist eine der meistbefahrenen Seestraßen der Welt. Hunderte Schiffe passieren täglich den engen Kanal zwischen Malaysias Westküste und Indonesien. Hier treiben immer noch Seeräuber ihr Unwesen. Mit wendigen Langbooten entern sie Schiffe und stehlen, was nicht niet- und nagelfest ist. Der Marineoffizier Salman Bahari geht jeden Tag mit seinem Schnellboot und schwer bewaffnet auf Piratenjagd.
Die Fahrradrikscha ist von den Straßen Asiens weitestgehend verschwunden. Aber im Küstenort Malakka erlebt sie ein Comeback. Jedes Jahr vor Beginn der Besuchersaison schraubt auch Ramli Ismail an seinem Gefährt und macht es fit für die kommenden Monate. Diesmal hat er dafür rund 40 Einhorn-Kuscheltiere besorgt, 30 Meter Lichterkette und eine nagelneue Musikanlage. Genauso wie die anderen Rikscha-Fahrer der Stadt verwandelt er sein Gefährt in ein Kunstwerk aus Märchenmotiven: grell, bunt und blinkend.
In Taiping wird Lim Seng von allen nur Onkel Lim genannt. Er betreibt eines der lukrativsten Geschäfte der Küstenregion. Der Fischer hat umgesattelt, erntet nun das neue "Gold" der Küste: Vogelnester. Die Salanganen, schwalbenähnliche Vögel aus der Familie der Segler, bauen ihre Nester vor allem aus eiweißreichem Speichel. Und die gelten in der chinesischen Küche als Delikatesse. Lim hat direkt am Wasser ein riesiges mehrstöckiges Haus gebaut, ohne Fenster, nur für die Vögel. Bis zu 200 Paare nisten hier. Und immer nach der Brutzeit erntet Lim die Nester. Bis zu 2.000 Euro kostet ein Kilo der höchsten Qualitätsstufe.
Moderator: Carola Meyer